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Hawaii

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Beiträge erstellt von Hawaii

  1. Etwas abseits vom Fussball:

     

    Im Juni 1913 veranstaltete der Südösterreichische Turngau im Frohnleitner Bad einen Schwimm -und Sprunglehrgang. Im Sinne der mittlerweile
    sehr populären GAK-Trainingsmethodik von Robert Köllner unterrichtete Otto Kerschbaum (ATV Graz) 24 Teilnehmer aus Leoben, Bruck, Frohnleiten, Gratwein
    und Graz in Praxis und Theorie. Damit verbunden steht der rasante Aufstieg der Leobener Schwimmsektion, die in den 1930er Jahren große Erfolge feiern konnte.

     

    Das 3. Internationale Schwimmmeeting des GAK folgte am 5. September mit Teilnehmern aus Berlin, Karlsruhe, Gablonz und Wien bei Gewitter, Regenschauern
    und Kälte. Es kam dennoch zu einer sportlich hochwertigen Veranstaltung, auch die Zuschauerzahl war trotz des Wetters zufriedenstellend.

     

    Höhepunkt war sicherlich die Leistung des Karlsruhers Julius Avenmark, der über 90 Meter Brust einen Weltrekord aufgestellt hätte. Allerdings waren
    für die kurze Bahnlänge (22,5 Meter) drei Wenden notwendig, und genau das war offiziell nicht erlaubt. Trotzdem wurde die Fabelzeit von 1:09,7 ausführlich
    bejubelt.

    Die starke ausländische Konkurrenz gönnte dem GAK keinen Sieg, auch das schon traditionelle Wasserballmatch gegen den EWASC ging nach einer Spielzeit
    von diesmal 2x10 Minuten mit 1:7 verloren.

     

    Die GAK-Schwimmsektion brachte den Großteil seiner Mitglieder an den Start: Leopold Bradacs, Erich Ertl, Georg Huber, Edwin Hübner, Erich Hübner, Willibald
    Hyden, Alois Lichtenberger, Franz Melchior, Max Monschein, Friedrich Mörtl, Erich Mörtl, Hugo Ortner, Adolf Pöltl, Willibald Torggler, Heinrich Wolf, Friedrich Zsak.

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  2. Hallo  Grazer Athletiksport Klub!

     

    Rechtlich gesehen ist ein Verein mit dem Datum des Vereinbarung von Statuten (Gründungsvereinbarung) errichtet.

    Genehmigt seitens der Behörde, damals der Landeshauptmann, mit dem Datum des Nichtuntersagungsbescheides (Einladung zur Aufnahme der Vereinstätigkeit), da gebe ich Mathias Dielacher vollkommen recht.

    Gesetz vom 15. November 1867, RGBl. Nr. 13

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  3. Nachdem in meinem Bekanntenkreis wieder Diskussionen über das Gründungsdatum unseres GAK aufflammen, hier die unwiderlegbare Tatsache (auch für Wikipedia!, wo auch ein falsches Datum angeführt wird):

    Es war jedenfalls um den 21.7.1902

    Beweis (unter Kraftsport angeführt): 

    http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gtb&datum=19020618&seite=8&zoom=33

    http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=gtb&datum=19020716&seite=8&zoom=33

  4. Heute vor 143 bzw. 89 Jahren

    Octavia Rollett (* 23.5.1877, † 22.5.1959) eröffnete als überhaupt erste Frau eine Arztpraxis in Graz und war Österreichs erste Sekundarärztin.

    1903 wurde Octavia Rollett als 26-Jährige zusammen mit ihrem Bruder Humbert vom „Radbund 1. Bezirk Graz“ des Steirischen Radfahrer-Gauverbandes als Mitglied aufgenommen. Tochter Priska Rollett war das erste weibliche Mitglied des GAK

    Die damals 24-jährige Priska Rollett meldete sich im Februar als außerordentliches Mitglied an. Sie entstammte der bekannten Grazer Familie Rollett (Vater war vier Mal Rektor der Uni Graz). Einige Wochen später folgte Frau Olga Weber ebenfalls als außerordentliches Mitglied.
    Priska Rollett wohnte am Geidorfplatz 1 und war zuletzt als Obersteuerinspektor am Finanzamt Graz beschäftigt. 1945 floh sie vor den Russen zu ihrem Bruder nach Salzburg, wo sie an Typhus erkrankte und wenige Wochen danach verstarb.
     

    GAK-Athlet Hubert Pugl (Jahrgang 1907) startete am 23.5.1931 über die 1.500 Meter und belegte mit 4:02,8 Minuten Rang 58.

  5. Heute vor 108 Jahren: GAK vs. Arsenal

     

    Zum 10. Gründungstag des GAK im Jahr 1912 wollte der Jubilar seinen Fans etwas Besonderes bieten. Schon im Herbst 1909 nahm man daher Verhandlungen mit dem englischen Fußballverein Crystal Palace auf, und schließlich einigte man sich auf ein Spiel am 22.5.1912 in Graz. Aber irgendwie wurde es den Verantwortlichen doch etwas unbequem, denn gleichzeitig mit der Veröffentlichung dieses Termins wurde auch - ohne konkrete Zahlen zu nennen - auf die immensen Kosten der Verpflichtung hingewiesen.

    Trotzdem war klarerweise die Vorfreude der Fans und der Grazer Presse. Am 1.5.1912 sagte Crystal Palace allerdings das Spiel ab. Eigentlich nicht nur die Begegnung gegen den GAK, sondern sämtliche geplanten Spiele in Österreich. Finanziell getroffen hat es vor allem die Wiener Vereine, die schon einiges Geld investiert hatten.

    Sofort nahm der GAK Verhandlungen mit anderen englischen Vereinen auf. Schließlich einigte man sich am 8.5.1912 mit Woolwich-Arsenal zu einem Spiel am 22.5. in Graz.
    Damit holte man sich einen Riesenbrocken in die Körösistraße, denn Arsenal feierte zu dieser Zeit einen Superlauf, die letzten neun Meisterschaftsspiele wurden alle siegreich beendet. Der Kartenvorverkauf in Graz fand in der Spezialitätentrafik in der Herrengasse statt. Die Wertigkeit des Spiels für Graz manifestierte sich auch darin, dass die Grazer Theaterdirektion sogar die Beginnzeiten ihrer Stücke auf  20:00 Uhr nach hinten verlegte.

     

    Der GAK verlor am 22.5. schließlich vor 2.500 Zusehern erwartungsgemäß klar mit 6:0 (5:0).

     

    P.S.:

    Ein heisser Tipp von mir:

    Infos über den GAK im Steiermärkischen Landesarchiv:

    https://egov.stmk.gv.at/archivinformationssystem/suche/volltext-liste.jsf

    Einfach "GAK" eingeben.

    Ganz unten oder oben in der Mitte auf der Seite kann man umblättern.

    Beziehungsweise ganz rechts (senkrecht) kann man neue Seiten über den GAK öffnen.

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  6. Heute vor fast genau 100 Jahren schrieb das Grazer Tagblatt am 24.4.1920

     

    Der GAK beschreitet 1920 in der Leichtathletik neue Wege!

    In der Steiermark eiferten zahlreiche Vereine dem GAK nach und gründeten Leichtathletiksektionen.
    Im Frühjahr 1920 beschritt allerdings wiederum der GAK neue Wege. Er begann nämlich „leichtathletische Damenkurse“. Unter der Leitung von Dr. Arbeiter und Oberleutnant Vrbancic stellten sich auch schon bald Erfolge ein.

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  7. Das Klublokal

    In den Anfangsjahren des Grazer Athletiksport Klubs wechselte das „Clublokal“ mehrmals. Zunächst traf man sich jeden Mittwoch im Grand-Hotel Wiesler, dann ab 1904 in der Schwechater Bierhalle, um schließlich im Mai 1904 in den Thonethof (Herrengasse) zu wechseln.
    Eine große Rolle in diesen Jahren spielte aber auch das Cafe Kaiserhof (Kaiserfeldgasse/Herrengasse) für den jungen, aufstrebenden GAK.

    Nun ist kaum Literatur über den Kaiserhof im Internet zu finden, allerdings gibt es in den damaligen Zeitungen doch einige Hinweise. Eröffnet wurde das
    Cafe Kaiserhof am 16.10.1896 im damaligen Gebäude der „Bezirkssparcasse Umgebung Graz“. Cafetier Karl Tanzer konnte aus diesem Anlass die Grazer Prominenz begrüßen. So zum Beispiel Bürgermeister Dr. Portugall, Brigadier v. Sztankovitsch, Statthaltereirath Dr. Ruß und viele andere Damen und Herren der feinen Gesellschaft.
    Bei „delicatem Imbiss mit Wein, Champagner und Bier“ wurde vor allem  Architekt Theyer gefeiert.

    GAK-Gründungsmitglied Karl Markel führte 1909 vor dem Cafe Kaiserhof erstmals Rollschuhe in Graz vor.

  8. Mag. Adolf Bischofberger (*1900 in Ottensheim, + 30.6.1986 in Bad Vöslau)

    Im Jahr 1913 bekam sein Vater Adolf sen. eine Anstellung in Deutschlandsberg zunächst als Lehrer an der Mädchen- und Bubenvolksschule, der er später auch als Direktor vorstand.

    Schon bald folgten auch die Beförderung zum Bezirksschulinspektor (1913 bis 1923) sowie die Ernennung zum Regierungsrat. Für den Bezirk Deutschlandsberg  erwarb sich Bischofberger darüber hinaus bleibende Verdienste als Kartograph, der Generalkartenblätter mit den Höhenprofilen sowie Spezialkartenblätter (1:75.000) anfertigte. Auf seinen Übertritt in den Ruhestand 1923 folgte auch ein Wohnortwechsel von Deutschlandsberg nach Graz (Grillparzerstraße 45).

     

    Auch seine Söhne Adolf und Friedrich zogen nach Graz, Tochter Elisabeth heiratete am 7.8.1913 Dr. Ignaz Purkarthofer, Lehrer für Geograpie und Geschichte in Pula.
    Gemeinsam bezogen sie dort eine Wohnung in der Via Giulia 7. Ignaz Strutz, der Großvater des Bräutigams war übrigens zu dieser Zeit Bürgermeister von Deutschlandsberg.

    Die beiden Söhne traten um 1920 dem GAK als Leichtathleten und Feldhandballer bei. Ab etwa 1923 übernahmen sie auch Funktionärsaufgaben im GAK sowohl bei den Leichtathleten als auch in der Handballsektion.

     

    Adolf begann das Studium der Pharmazie, das er auch erfolgreich um 1930 abschloss. Neben dem Studium leitete er um 1925 einige Jahre lang jeden Dienstag das Training der Leichtathleten des GAK.

    Seine große Leidenschaft war allerdings das Bergsteigen. So trat Adolf Bischofberger bereits 1922 dem Österreichischen Alpenklub bei (Mitgliedsnummer 9). Rasch reichte sein Bekanntheitsgrad über die Grenzen der Steiermark hinaus, nach einigen Jahren war sein Name auch international bekannt. Vor allem Erstbesteigungen der schwierigsten Routen im Hochschwabmassiv zusammen mit Fritz Sikorovsky und Raimund Schinko sorgten für Furore. Aber auch im Dachsteingebiet, am Glockner und im Ausseerland unternahm er Erstbegehungen.

     

    Im Krieg holte sich Bischofberger eine schwere Arthrose, die ihm nach dem Krieg das Extrembergsteigen unmöglich machte. Erst im Alter von 60 Jahren eröffnete Bischofberger ein neues Kapitel in seinem Bergsteigerleben. Als Apotheker mit dem Umgang von „Wundermitteln“ vertraut, war es ihm dann möglich noch einige Jahre seinem Hobby nachzugehen.

    Für Aufsehen sorgte er 1965 mit einer spektakulären Rettungsaktion in der Südwand des Grundlseer Reichenstein, als er einen abgestürzten Bergkameraden im Alleingang aus dem Fels holte.

    Schon schwer von seiner Gelenkskrankheit gezeichnet, übersiedelte er um 1980 von der Grazer Nibelungengasse 26 in ein Pensionistenheim nach Bad Vöslau. Einer der größten österreichischen Bergsteiger und auch ehemaliger GAK-Funktionär starb dort am 30.6.1986.

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  9. Herbert Jenull spielte nach dem 1. Weltkrieg Fußball in den Jugendmannschaften des GAK und bewies sich außerdem bei vielen Veranstaltungen als ausgezeichneter Leichtathlet im Dress der Reds.

    Er studierte erfolgreich Rechtswissenschaften in Graz, wechselte danach Mitte der 1920er-Jahre beruflich nach Berlin.

     

    Zusammen mit seiner Tanzpartnerin Gerti Hepprich wurde er mehrmals Deutscher Meister, Europameister und im Juni 1929 im englischen Blackpool schließlich Tanzweltmeister in den Standardtänzen* der Profis.

     

    * In der „Great Conference" der britischen Tanzlehrer am 14.4.1929 wurde für die Tänze Onestep, Slow, Tango und Waltz ein "Standard" festgelegt. Im deutschen Sprachgebrauch als Standardtänze bekannt, in England als „Modern Dance“.

  10. Am 25. Juni 1919 wurde in feierlicher Weise der Sportplatz des Deutsch-alpenländischen Fußballverbandes am Grazer Lazarettfeld eröffnet.
    In Anerkennung  der vom Deutschen Sportclub Graz geleisteten Herstellungsarbeiten wurde diesem vom Verbandsvorstand das Eröffnungsspiel zugesprochen. Als Gegner suchte man sich den Grazer Athletiksport-Klub aus.
    Zunächst hielt Verbandsobmann Albert Gaischeg* mit einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung der Sportplatzeröffnung für den Grazer Fußballsport hin.

     

    Das Spiel selbst verlief einseitig, stand es zur Pause doch schon 3:0 für den GAK.
    Da keine der beiden Mannschaften ihre besten Spieler stellte, verlor das Match nach der Pause zunehmend an Tempo. Dem DSG Spieler Suzzanetz gelang in der 70. Minute der Ehrentreffer, der jedoch nicht wesentliches am Endstand von 4:1 änderte.

    Als Schiedsrichter fungierte Franz Dietrich**.

     

    Aus der Rubrik „GAK-Fans wissen mehr“:

    * Albert Gaischeg spielte einstmals beim GAK und war bei uns auch Funktionär

    ** Franz Dietrich GAK-Sportler (Schwimmen, Fußball etc.), Ehrenmitglied und Funktionär
     

  11. Dieser Blick in die Vergangenheit der Grazer Sportszene zeigt wie eng verwoben die damaligen Vereine waren. So war es nicht ungewöhnlich, dass ein-
    und dieselbe Person bei unterschiedlichen Sportvereinen als Obmann bzw. in einer führenden Leitungsposition tätig war. Bei diesen Personen handelte es
    sich vowiegend um Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und um Wirtschaftstreibende.

     

    Es war eine Zeit des großen Umbruches in der Grazer Sportszene. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde Sport vorwiegend in Turnvereinen und
    Schwerathletikvereinen (Ringen, Gewichtheben) betrieben, diese schotteten sich allerdings gegenüber den aufkommenden Sportarten (Fußball, Lawn-Tennis, Leichtathletik, Radsport, Motorsport und Flugsport) mehr oder weniger strikt ab. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis die Grazer Jugend ihre eigenen Vereine gründeten.

     

    Sie befreiten sich von einengenden Turntraditionen und forderten individuelles Sportvergnügen, moderne Ballspiele und Freiluftsport abseits von Turnfesten. In den folgenden Jahren war es im steirischen Sport nahezu ausschließlich der GAK, der neuen Sportarten und neuen Trainingsmethoden offen gegenüberstand.
    Ohne Zweifel geschahen in der Euphorie des schnellen Wachstums des GAK auf Funktionärsebene und bei den Aktiven teilweise auch grobe Fehler und
    Fehleinschätzungen. Galt der GAK auch nach Ende des 1. Weltkrieges als vermögender Verein, so waren um 1926/27 teils drastische Sparmaßnahmen notwenig,
    um das Überleben des Vereines garantieren zu können. Zu schnell wuchs der Verein in infrastruktureller Hinsicht. 

     

    So homogen der Verein in diesen beiden Jahren nach außen wirkte, so heterogen war er in dieser Zeit im Innenverhältnis. Zu den finanziellen Problemen gesellten sich Zerwürfnisse der Funktionäre untereinander und auch durch die stete Steigerung der Mitgliederzahlen kam es unter den Aktiven zu Spannungen.
     

  12. Ing. Karl Arnoldi jun. (geb. um 1900 in Wien)

    Die Familie
    Großvater und Bauunternehmer Ing. Leo Arnoldi sowie Vater Ing. Karl Arnoldi waren federführend bei wichtigen Straßen- und Eisenbahnprojekten um 1890/1900 in Österreich beteiligt. Auch beim Bau der Wiener Hochquellenleitung bewies sich das Bauunternehmen Arnoldi ( Wien XIX, Peter-Jordan-Straße 74). In Anbetracht seiner Verdienste wurde Karl Arnoldi sen. auch Kaiser Franz Joseph vorgestellt.

     

    Arnoldi brachte den Eishockeysport nach Graz

    „Unser“ Arnoldi kam etwa um 1925 von London nach Graz, um an der Technischen Hochschule Graz zu studieren. Schon bald trat der Eishockeyverrückte dem GAK bei und
    verdrehte mit diesem Sport zahlreichen Sportlern den Kopf. Wobei die Leichtathleten den Hauptbestandteil der Spieler bildeten.

    Arnoldi selbst erlernte den Sport bei den Londoner Lions.

    Somit sprang der Funke auch auf die GAK-Funktionäre über und im Jänner 1926 wurde die Eishockeysektion des GAK gegründet (Sektionsleiter war Hermann FRITZ).

     

    Zunächst galt es einmal technische Probleme zu lösen. Es gab schon zu dieser Zeit in Graz nur wenige Eisflächen auf denen Hockey gespielt werden konnte. Zunächst bot sich in der Schützenhofgasse ein kleiner Platz an, dann wich man zum Teichhof in St. Peter aus. Am oftmals frequentierten Hilmteich waren die Platzverhältnisse so mickrig, dass  auch nicht mehr als ein Geschiebe zustande kam. Also ging es mehrmals zum Thaler See, hatte dort aber so gut wie keine Zuseher.

    Dann sprach die Stadt Graz auch noch ein Hockeyverbot am Hilmteich aus. Erst nach einem energischen Einschreiten von Klubobmann Hofrat Krodemansch bei Vizebürgermeister Pertassek nahm man das Verbot zurück.

     

    Nachdem Arnoldi sein Studium erfolgreich abgeschlossen hatte, ging er wieder nach Wien zurück. Er spielte dort noch bei einigen Vereinen, ehe er seine aktive Karriere beendete und nur noch als Schiedsrichter fungierte. Im Jahr 1930 erfolgte seine Wahl zum Rechnungsprüfer des Österreichischen Eishockeyverbandes.

     

    Beruflich scheint es nicht so toll gelaufen zu sein. Arnoldi versuchte sich mehrmals mit der Planung und Umsetzung spektakulärer Straßenbauprojekte, konnte aber keines umsetzen. Noch vor dem 2. Weltkrieg nahm er daher eine Anstellung bei Semperit in Traiskirchen an.

  13. GAK-Marathonmann Simon Woisk

     

    Die GAK-Lauflegende Ferdinand Friebe entdeckte den jungen Woisk, holt ihn zum GAK und war für sein Training in späteren Jahren verantwortlich.

     

    Simon Woisk belegte in der Marathon-Jahresweltbestenliste 1926 mit 2:50:28 Stunden (aufgestellt am 26.9.1926 in Wien) den ausgezeichneten 24. Rang.

     

    In dieser Liste für 1927 reichten seine 3:11:08 vom Wien-Marathon am 18.9.1927 aber nur  mehr für den 131. Rang.

     

    1926 dürfte so und so sein Paradejahr gewesen sein, denn bei den Österreichischen Marathon-Meisterschaften belegte er den 2. Platz hinter dem Wiener Tuschek.

    Höchstwahrscheinlich hat Woisk den Sieg etwas vergeigt. Viel zu langsam dürfte er angelaufen sein, denn die beiden Wiener Läufer Josef Franz und Franz Tuschek waren schon weit vorne, ehe Woisk erst so richtig Tempo aufnahm.
    In seinem Windschatten hielt sich der Oberösterreicher Franz Kladevich auf und ließ sich vom GAK-Athleten ziehen. Sie überholten noch Franz, das war es aber schon. Woisk wurde 2. und Kladevich 3.

    Inwieweit aber der Wind für diese ausgezeichnete Zeit von 2:50 verantwortlich war, lässt sich nicht mehr eruieren. Aber höchstwahrscheinlich schon, denn bei diesem Bewerb purzelten Rekorde und persönliche Bestzeiten im wahrsten Sinne des Wortes. Diese Zeiten wurde entweder nie mehr erreicht oder erst viele (Trainings-)Jahre später.

    Aufmerksam auf Woisk wurde die Wiener Laufszene als er im Frühjahr dieses Jahres den Wiener Helden-Lauf über 30 Kilometer in souveräner Manier für sich entscheiden konnte. Als Außenseiter gehandelt, hängte er nationale und internationale Elite ab und erreichte mit 2:12:44 Stunden eine phänomenale Zeit auf der schwierigen Strecke der Wiener Höhenstraße.

     

    Kurios gestaltet sich aber ohne Zweifel die damals noch durchgeführten Österreichische Meisterschaften über 25 Kilometer. Jeder der drei aktuell Führenden hatte einen Radfahrer seitens des Veranstalters als quasi Orientierung gestellt bekommen. Lange befand sich Woisk an 2. Stelle, als er bei ungefähr 20 Kilometer dann ordentlich das Gaspedal durchdrückte und den Radfahrer anhielt schneller zu fahren, fuhr dieser auch schneller. Aber nicht Richtung Ziel, sondern nach Hause. Irgendwann bemerkte Woisk, dass er sich nicht mehr auf der Strecke befand und suchte sich selbst den Weg in Richtung Ziel. Als er sich dann gar nicht mehr auskannte, musste er Spaziergänger um den richtigen Weg fragen.

    Er belegte schlussendlich noch den 4. Platz. Nach einem geharnischten Protest des GAK entschuldigte sich schließlich der peinlichst berührte veranstaltende Wiener Leichtathletikverband. Nachmessungen haben dann ergeben, dass Simon Woisk fast exakt 1,2 Kilometer Umweg lief.

     

    Beruflich war Woisk in seiner Grazer Zeit beim Bundeheer als Zugsführer beschäftigt. Um 1930 fand er eine Anstellung bei der Wiener Post und wechselte dadurch auch zum Post SV Wien.

    Tragisch war dann sein Tod. Beim Wintertraining für die Saison 1933 zog er sich eine Verkühlung zu, die dann in eine Grippe ausartete. Im Februar 1933 verstarb der beste Langstreckenläufer des GAK aller Zeiten daran.

     

    Zum Gedenken an Simon veranstaltete der GAK über Jahre hinweg einen internationalen Simon-Woisk-Gedenklauf über 15,6 Kilometer. Auch beim Wien Marathon in diesen Jahren wurde ein Simon-Woisk-Gedenkpreis vergeben. Diesen Preis wurde dem Zweitplatzierten in der Gesamtwertung überreicht.

    Auch zu Gedenkläufen in Wien kam es , allerdings nur für Staffeln über 3x10 Kilometer. Start war in der Laxenburger Allee beim Kilometerstein 5, Ziel in Hennersdorf.
     

  14. @Grazer Athletiksport Klub
    "In diesem speziellen Fall könnten aber die Mitglieder ZUSÄTZLICH aktiv werden."

    Ja, natürlich!!

     

    Wichtig wäre halt nur, dass die Urkunde bei der letzten von Harald Rannegger geleiteten GV an ihn persönlich coram publico überreicht wird.

    Aber gemäß §10, 1 h,  unserer Statuten: http://grazerak.at/images/downloads/Statuten-GAK%2014.03.2014_1.pdf.

     

    Über das Verleihungsprocedere sollte man sich durchaus ernste Gedanken machen.

    Mein Vorschlag:

    1)  Abstimmung über Verleihung in die Tagesordnungspunke der kommenden GV aufnehmen.

    2) Sich Gedanken machen, wann die Überreichung der Urkunde stattfindet (eventuell verbunden mit einer Laudatio). Ideal wäre halt Überreichung im Rahmen dieser GV.

    3) Feierlicher Akt der Überreichung verbunden mit der Verlesung einer Laudatio (vor allem Zeitpunkt der Überreichung bzw. wer verfasst bzw.wer verliest eine allfällige Laudatio).

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  15. Obmann Direktor Roman Posch (*1882, +1961)

     

    Obwohl Roman Posch erst im April 1904 eine offizielle Funktion beim GAK übernahm, taucht sein Name schon bei der allerersten Weihnachtsfeier des Grazer Athletiksport-Clubs auf. An diesem 19.12.1902 in der Steinfeld-Bierhalle (Herrengasse) sorgte er als „Zauberparodist“ zusammen mit Karl Markel für Verblüffung und gute Laune.

    Ab 1904 wirkte er viele Jahre lang als Kassier und Schriftwart. Besonders engagierte er sich in der Fechtsektion sowie bei den Leichtathleten.

    Um 1911/12 führte er auch die Geschäftsstelle des Illustrierten Österreichischen Sportblattes in Graz.

     

    Als Verteidiger des GAK-Platzes in den Kriegsjahren 1914 bis 1918

    Höchstwahrscheinlich war Roman Posch wegen seiner Augenverletzung frontuntauglich. Zumindest erfolgte keine Einberufung zur kämpfenden Truppe. So wurde er vom Militärkommando am Grazer Hauptbahnhof dem Paketdienst zugeteilt. Damit konnte Roman Posch seine gesamte Kraft der Erhaltung und dem Schutz des Sportplatzes in der Körösistraße widmen.

    Mit Duldung und teilweiser sogar aktiver Unterstützung der steirischen Landespolitik repräsentierte Roman Posch im Alleingang den GAK in den Kriegsjahren 1914 bis 1918, da ja nahezu alle Funktionäre und Aktive im Feld standen.

     

    Im Laufe des Jahres 1915 wurde Roman Posch zum Verteidiger des GAK-Platzes in der Körösistraße. Die Begehrlichkeit auf den Platz selbst war ja vor allem in den ersten Kriegsjahren immens. Auf der einen Seite drängte das Ältere Grazer Mühlenkonsortium als eigentlicher Platzbesitzer darauf, den Pachtvertrag mit dem GAK zu lösen. Auf der anderen Seite war das verständliche Bestreben der Grazer Bevölkerung auf jedem Fleckchen Grazer Erde Nahrungsmittel (Kartoffeln) anzubauen.

    Als quasi „Alleinunterhalter“ berief er GAK-Sitzungen ein, übernahm als einziger Anwesender die wichtigsten Funktionen und erhielt damit zumindest am Papier den Verein Grazer Athletiksport-Klub am Leben.

     

    Jung-Österreich

    Schon im Kriegswinter 1915 gründete sich in Graz eine Organisation zur militärischen Erziehung der Mittelschuljugend. Binnen kurzer Zeit traten über 500 Mittelschüler dem steiermärkischen Landesverband "Jung-Österreich" des k.k. Reichsbundes der patriotischen Jugendorganisation in Österreich bei.

     

    Nun kam Roman Posch ins Spiel. Zusammen mit dem Statthalter der Steiermark, Manfred Graf von Clary und Aldringen, stellte er den GAK-Platz für militärisch-sportliche Übungen zur Verfügung. Der Grazer Militärkommandant Feldmarschall Leutnant Erwin v. Mattanovich übernahm das Protektorat und so blieb der GAK-Platz eigentlich vom Zugriff des Mühlkonsortiums ebenso wie vom Anbau diverser Lebensmittel und weiterer Zweckentfremdung zunächst verschont.

     

    Trickreich und erfolgreich

    Posch griff im Jahr 1916 ganz tief in die Trickkiste und bat den Fechttrainer des GAK, Professor Emirio Tomazzoni, zusammen mit seinen Schülern Bajonettangriffe darzustellen. Gerade von diesen Bajonettkämpfen zeigte sich das hohe Militär begeistert und gewährte Roman Posch und dem GAK-Platz eine weitere Verschnaufpause.
    Klarerweise konnten die Schüler nicht täglich ihre Kriegsübungen durchführen und bald war Roman Posch wieder in der Zwickmühle. Nun kam ihm aber neuerlich eine weitere grandiose Idee. Als Postbeamter in der Grazer Hauptpost war er auch am Rande mit dem "1. Alpenländischen Jagd-, Polizei- und Kriegshunde-Klub" vertraut, der seinen damaligen Vereinssitz in der Hauptpost hatte. Also wurde der Hunde-Dressurplatz ganz einfach und ohne viel Theater auf den GAK-Platz verlegt.

    Daneben sorgte Posch auch dafür, dass Fahrübungen mit kriegstechnischen Fahrzeugen und militärisches Radfahren in der Körösistraße stattfanden.

     

    Roman Posch stemmt sich gegen deutschnationale Ideologie beim GAK

    Im Frühjahr 1920 fand wie alljährlich eine Jahreshauptversammlung des GAK statt und Obmann-Stellvertreter Albin Sorger-Domenig begrüßte zahlreiche Gäste, besonders aber den Grazer Vizebürgermeister Mag.pharm. Adolf Fizia („Hirschenapotheke“) sowie ranghohe Vertreter des Akademischen Sportvereines Graz.

    Sorger-Domenig gab in seiner Rede bekannt, dass die Mitglieder des ASV Graz dem GAK beigetreten sind, da für sie keine Sportplätze mehr zur Verfügung standen. Der Mitgliederstand des GAK sei dadurch auf 341 geklettert, so Sorger-Domenig.

     

    Auch Neuwahlen standen am Programm.

    Adolf Fizia wurde zum Obmann gewählt, Dr. Leopold Böhm zum 1. Obmann-Stv., Dr. Busson zum 2. Obmann-Stv.


    Allerdings begannen im Frühjahr 1920 auch unglaubliche Spannungen innerhalb des Vereines, denn die Anzahl der Verfechter der “deutschnationalen“ Ideologie
    stieg stark an.

    Autor Johannes Sachslehner bezeichnet in seinem Buch „1918: Die Stunden des Untergangs“ (Styria Verlag 2014) Adolf Fizia als „glühenden Deutschnationalen“.

    Roman Posch und Emanuel Slama stemmten sich vereinsintern ganz massiv gegen diese Strömung, standen aber auf verlorenem Posten.

     

    Ehrenmitgliedschaft

    Für das Bravourstück zur Erhaltung des Sportplatzes wurde Roman Posch im Jahr 1922 zum Ehrenmitglied des GAK ernannt. Eigentlich war er damit der erste „echte Nichtsportler“, der Ehrenmitglied wurde.

    Die feierliche Überreichung des Dekretes und der dazugehörigen Urkundenrolle (schwarz mit goldfarbenen Applikationen) fand allerdings erst am 21.9.1927 statt.

     

    Und wieder Nachkriegsjahre für den GAK

    In den schweren Nachkriegsjahren 1946 bis 1949 führte er als Obmann den schwer angeschlagenen GAK den Weg in geordnete Verhältnisse über. Unter seiner Obmannschaft fand ein großartiger sportlicher Aufschwung statt.

    Nach seinem krankheitsbedingten Übertritt in den Ruhestand als Postoberoffizial in den späten 1930er-Jahren übersiedelte er von der Heinrichstraße 18 in die Heinrichstraße 41 und bewies als behördlich konzessionierter Realitätenvermittler wirtschaftliches Geschick.

     

    Das Lebensende

    Im März 1961 verstarb Roman Posch im 79. Lebensjahr. Der damalige Obmann Hofrat Dr. Konrad Reinthaler hielt am offenen Grab (St. Leonhard Friedhof) bewegende Worte und beschrieb Posch an diesem Gründonnerstag nicht nur als treuen Mentor der Aktivitas des GAK, sondern auch über viele Jahre hinweg als Seele des Vereines.

     

    Sponsor des GAK

    Familienmitglieder führten in den 1960er und 1970er-Jahren ein Pretiosengeschäft auf der rechten Murseite und unterstützten den GAK auch oftmals als kleinere Sponsoren.

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